Bibliotheken und Linklisten
- Linkliste mit zahlreichen Quellen auf der Seite des Uckermärkischen Geschichtsvereins
Bücher
Drei Stunden hinter Berlin. Briefe aus dem Vikariat. Husum: Husum-Verlag 2015 (zuerst 1951)
Wir schreiben das Jahr 1902. Ein ganzes Jahr lang berichtet Heinrich Wolfgang Seidel in Briefen seinen Eltern in Groß-Lichterfelde (heute Berlin) „tausend traurige und lustige Geschichten“. Er erlebt sie im uckermärkischen Flecken Boitzenburg, wo Pfarrer Dreising den jungen Vikar in seinen Beruf einführt. Über den Häusern thront das Schloss der Arnims. Graf Dietlof ist Kirchenpatron und nimmt diese Aufgabe sehr ernst. Feste werden gefeiert, wie sie fallen. Die Beerdigung von Kindern und Selbstmördern verleiht dem Alltagsleben tragische Züge. Einmal hält Seidel im benachbarten Kröchlendorff den Gottesdienst und nach dem anschließenden Mittagessen im Schloss zeichnet er das Tischgespräch mit der Gutsherrin auf. Sie heißt auch Arnim und ist Otto von Bismarcks Schwester.
Heinrich Wolfgang starb 1945, ohne die Veröffentlichung dieser Briefe erlebt zu haben. Sie erschienen 1951 in einer Auswahl von Ina Seidel, zum Teil stark verschlüsselt: z.B. stand Uhlenhorst für Boitzenburg, oder M. für die Arnims. Der Wuppertaler Professor für Geschichte Klaus Goebel beschäftigte sich ein halbes Leben mit der Entschlüsselung der Geheimnisse. In der Ausgabe 1998 sind die ersten Klarnamen enthalten, in der Ausgabe 2015 sind dann fast alle Verschlüsselungen aufgeklärt.
