über die Reihe

Mit dieser vier mal im Jahr im Café Eigenart in Wichmannsdorf stattfindenden Veranstaltungsreihe wollen wir unsere Geschichte sichtbarer machen. Oft sind es die Lebensrealitäten von Frauen, von Berufstätigen auf dem Land, von Ostdeutschen, die in der Öffentlichkeit und in der Geschichtsschreibung unterbelichtet sind. Auch wenn wir daran vielleicht nicht viel ändern können: Wir erzählen uns unsere Geschichten, weil sie es wert sind nicht vergessen zu werden, weil wir es uns wert sind, einander zu erzählen und zuzuhören.

erstes Erzählcafé: so voll ist das Café Eigenart nicht immer


Praktisch läuft das so ab:
Zeitzeugen geben in Zweier- oder Dreierrunden einen Einstieg zum Thema. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zu Fragen und zu eigenen Beiträgen, zu Erinnerungen, Statements und Diskussion über die Bedeutung unserer Erfahrungen für heute. Wenn es sich anbietet, besorgen die Veranstalter einen Film, aus dem wir uns gemeinsam kurze Ausschnitte anschauen.
Wer mag, kann sich gern selbst einbringen. Für den Einstieg eignen sich persönliche Erinnerungen, lustige Anekdoten, eine Lebensgeschichte oder der Einblick in eine Sammlung oder in ein Hobby.
Das muss nicht unbedingt lustig und unterhaltsam sein!
Manchmal werden dabei Wende-Erfahrungen eine Rolle spielen, über die bisher selten in der Öffentlichkeit gesprochen wurde, aber auch dafür ist das Erzählcafé da: Wir stellen uns gemeinsam unangenehmen und sogar schmerzhaften Erinnerungen.
Das Erzählen in der Gemeinschaft stärkt unsere Identität, hilft gegen das Vergessen und Vergessenwerden. Es soll darüber hinaus auch ein Gesprächsangebot an Zugezogene und Wessis sein. Viele unserer neuen Nachbarn machen „was mit Medien“, und vielleicht wächst auf diese Weise unser Stellenwert für das Geschichtenerzählen in Fernsehen, Radio, Zeitungen und im Internet.

Die Reihe ist eine gemeinsame Veranstaltung von Elli Horn von Pflege vor Ort, Holger Siemann vom Kulturausschuss der Gemeindevertretung und Nicola Dreikorn vom Café Eigenart
Kontakt: Holger Siemann 01633273041 oder per Mail siemann@schreiberey.de

nächste Folge am 8.5.2026: Vertrieben und Angekommen – Umsiedler in unserer Gemeinde

Besucher der letzten Erzählcafés haben sich ein besonderes Thema gewünscht:
Viele von uns sind Kinder oder Enkel von sogenannten „Umsiedlern“ – Menschen, die nach 1945 mit nichts kamen und blieben. Die Bodenreform gab ihnen Land und eine Perspektive. Als Neubauern, Lehrer, Bürgermeister oder LPG-Vorsitzende haben sie die Dörfer geprägt und die LPGs aufgebaut.
Ihre Vergangenheit, ihre Erinnerungen an Land und Kultur ihrer Vorfahren, Vertreibung, Misshandlungen und Enteignung sollten sie mit sich selbst abmachen, so die offizielle Linie. Manches aber haben sie doch erzählt.
Wie ist es, Kind oder Enkel dieser Menschen zu sein, deren Kindheit von Krieg und Hunger geprägt war, die auf besondere Weise verletzt und verletzlich waren? Woran erinnern wir uns? Wirkt das bis heute nach?
Wir haben zwei einführende Beiträge: Brigitte Bachmann-Werner wird von der Familie ihrer Mutter erzählen, die 1948 aus Ostpreußen kam. Cornelia Edding hat schon vor vielen Jahren die Lebensgeschichten der Umsiedler in Klaushagen erforscht, Holger Siemann liest aus der Dokumentation.
Das Erzählcafé ist eine Veranstaltung von Pflege vor Ort, Förderverein Boitzenburger Land e. V. und Café Eigenart. Mit dieser Veranstaltungsreihe wollen wir unsere Geschichte sichtbarer machen. Die
Lebensrealitäten von Ostdeutschen, Frauen und von Berufstätigen auf dem Land sind in der offiziellen Geschichtsschreibung unterrepräsentiert. Vorschläge für Themen und Spenden sind willkommen.
Eintritt frei

Erzählcafé im Café Eigenart Wichmannsdorf

Archiv, bisher im Erzählcafe

Auf dieser Webseite werden wir einzelne Aspekte der Themen und Veranstaltungen – natürlich immer in Absprache und mit Erlaubnis der genannten Personen – dokumentieren.

Vorschläge

Welche Spätlesen wir uns im Erzählcafé vornehmen entscheiden Sie!
Das ist nicht nur so dahin gesagt: Wir wollen keine Veranstaltung organisieren, zu der niemand kommt. Deshalb richten wir uns gern nach Ihren Vorschlägen und Anregungen. Bestimmen Sie mit:
Sollen wir

  • über Vertriebene, Flüchtlinge und Neubauern sprechen?
  • über Kindergärten und Kindergärtnerinnen?
  • über Polizei, GST, Staatssicherheit und was sonst noch alles aufpasste?

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