Platte sucht Zukunft

Die „Platte“ vom Typ IW L63 Q6 wurde 1963 errichtet. Nur noch 6 von 24 Wohnungen sind vermietet, der Energiebedarf ist enorm, ein jährliches Defizit von 25.000 € mit steigender Tendenz ist die Folge – ein Klotz am Bein unserer sowieso schon überschuldeten Gemeinde. Wir haben nicht mal das Geld, ihn abzureißen.
Aber man kann das auch aus anderer Perspektive sehen:
- Das Gebäude liegt freistehend und unverbaubar direkt am Rand der Zerveliner Heide und des Naturparks Uckermärkische Seen. Mit ein bisschen Glück kann man hier Wölfe sehen.
- Die funktionalen 1- bis 3-Zimmer-Zuschnitte (36 bis 68 m²) bieten beidseitige Belichtung, separate Küchen/Bäder und Rückzugsräume für fokussiertes Einzel- oder Gruppenarbeiten.
- Ein Glasfaser-Breitbandanschluss ist im Gebäude bereits an jedem Hauseingang vorhanden und wird bei Bedarf in die Wohnungen verlegt.
- Direkt am Gebäude befinden sich nutzbare Außenflächen und Gartenparzellen.
- Gute regionale Anbindung über Prenzlau und die Bahnlinie RE3/RB63 direkt in Richtung Eberswalde und Berlin.

Auf Initiative des Fördervereins Boitzenburger Land e.V. haben sich seit Mai 2026 Studenten der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar/ University of Applied Sciences mit dem Neubaublock in Berkholz beschäftigt und 10 Projekte zu einer möglichen Zukunft entworfen.
Präsentation der studentischen Arbeiten auf dem Erntefest in Berkholz am 19.9.2026
Einführung in das Projekt „Wohnlabor Platte“ durch Prof. Dieter Blome in der Kirche, anschließend Spaziergang durchs Dorf mit Kai Niedersen und Bernd Schumacher zum Neubau und dort Präsentation der studentischen Arbeiten




Dokumentation der Ergebnisse
Aus der Fülle der spannenden Projekte haben wir für diese Seite vier Arbeiten ausgewählt. Sie zeigen exemplarisch auf, was machbar ist, berücksichtigen den realen Bedarf und schätzen die anfallenden Kosten unter Berücksichtigung von Fördermöglichkeiten.
Wohnlabor Platte von Jonas Endom
Jonas Endom setzt auf eine serielle Sanierung zum Standard Effizienzhaus 55 EE, die den Plattenbau durch neue Maisonette-Zuschnitte, gemeinschaftliche Wohnformen und soziale Infrastruktur typologisch aufbricht. Bei veranschlagten Gesamtkosten von rund 2,01 Mio. Euro kalkuliert er mit einer Förderquote von rund 21,7 Prozent, was die Nettobaukosten auf etwa 920 Euro pro Quadratmeter Bruttogrundfläche reduziert.
Transforming „Plattenbau“ von Frederic Niklas Werner
Frederic Niklas Werners Konzept transformiert das Gebäude durch eine feste Kooperation zwischen Kommune und Wohlfahrtsträgern gezielt in einen sozialen Infrastrukturort für betreutes Seniorenwohnen und Jugendhilfe. Mit geschätzten Baukosten von rund 2,00 Mio. Euro (ca. 1.450 Euro/m²) setzt er auf biobasierte Vorfertigung und Wärmepumpen, womit die jährlichen Heizenergiekosten drastisch von rund 59.400 Euro auf knapp 6.600 Euro gesenkt werden.
Wohnlabor Platte von Jonas Korff
Jonas Korff plant ein genossenschaftlich organisiertes Mehrgenerationen-Wohnprojekt mit integriertem Dorftreff, das Mietern eine dauerhaft sozialverträgliche Warmmiete von 8 Euro pro Quadratmeter sichern soll. Bei Gesamtinvestitionen von circa 2,08 Mio. Euro deckt er 40 Prozent über Fördermittel ab und drückt die laufenden Energiekosten dank Sole-Wasser-Wärmepumpe und Photovoltaik auf rund 3.400 Euro jährlich.
Zukunft für die Platte von Hanna Marlene Nack
Hanna Marlene Nack entwirft ein „Haus für alle Lebensphasen“ mit 16 Wohnungen, das Miet-, Kurzzeit- und barrierearme Einheiten mit Dorfladen, Werkstatt und vier Eigentumswohnungen zur gezielten Querfinanzierung verbindet. Ihr Ansatz sticht mit einer überschlagenen Summe von lediglich ca. 738.000 Euro hervor, da sie die strohgedämmten Module über eine partizipative Vor-Ort-„Lernbaustelle“ unter Einbeziehung von Nachbarschaft und Muskelhypothek fertigen lässt.






Hochschule Wismar, University of Applied Sciences:
Technology, Business and Design/ Fakultät Gestaltung
www.fg.hs-wismar.de
