Wir als Ossis, Frauen und Landbewohner sind in den Medien unterrepräsentiert.

WARUM? Wer Journalist ist und darüber schreibt, ist für gewöhnlich selbst Städter. Das prägt den Blick und macht aus dem Land eine große Kinokuppel aus Sehnsucht, Klischees und Vorurteilen. Ganze Sendereihen zu „Schöne Landschaft“, „Künstler, die jetzt aufm Land leben“ oder „Bauer sucht Frau“ markieren uns, das Land, als „das Andere“. Das ist schade für die Medien und traurig für uns. Wir sollten das ändern.

WIE? Hören braucht keine ungeteilte Aufmerksamkeit. Menschen hören Podcasts beim Autofahren über die Dörfer, beim Rasenmähen, Holzmachen oder Kochen. Man braucht keinen Fernsehsender, keine Radiostation, keine Druckerei. Die Einstiegshürde zum Mitmachen ist niedrig. Ein Gespräch aufzunehmen erfordert kein Schreibtalent. Auch wer ungern Texte verfasst, vergisst im Interview das Mikrofon und erzählt wie es kommt.

WANN? Im Januar 2027 gehts los. Lucia von Bredow und Holger Siemann werden mit dem Mikrofon über die Dörfer ziehen und Geschichten sammeln, die dann ein paar Wochen später als Podcast abrufbar sind. Zugleich bieten wir die Möglichkeit, mitzumachen:

  • Wir verleihen Mikrofon und Aufnahmegerät für Euer eigenes Interview mit Nachbarn, Freunden und allen, die Eurer Meinung nach hörenswerte Geschichten zu erzählen haben.
  • Wir zeigen Euch wie das Schneiden und Nachbearbeiten geht.
  • Wir stellen die Podcasts ins Internet und helfen Euch bei der Bekanntmachung Eurer Arbeit.

„Der Mund kommt vom Reden“ schrieb Heiner Müller 1963 in „der Bau“. Wir teilen seine Hoffnung, dass im Erzählen von Geschichten und Lebensläufen ein Bewusstsein von Gemeinsamkeit, der Mut zu Veränderungen und Mitgefühl für NachbarInnen entsteht.